Neben Eisen ist das Zink das zweitwichtigste Spurenelement für den Menschen. Eine bedeutende Rolle spielt es auch für viele andere Lebewesen. Heute ist die Wissenschaft davon überzeugt, dass Zink nicht toxisch ist. Der frühere Vorwurf der Giftigkeit bezog sich auf die damals üblichen geringen Reinheitsgrade und wurde demnach durch die Begleitmetalle verursacht. Zink besitzt essentiellen Charakter, das heißt es ist genauso lebensnotwendig wie Eisen, Magnesium oder Calcium. Zinkmangel, der übrigens sehr viel häufiger beobachtet wird als zu hohe Konzentrationen des Spurenelements, kann eine Vielzahl von pathologischen Eigenschaften hervorrufen. Beispielhaft können hierfür Hautveränderungen, Wachstumshemmung, Störungen im Geschmacks- und Geruchsinn, mentale Lethargie, Appetitlosigkeit sowie Störungen der Leber- und Milzfunktion genannt werden.
Bereits seit der Antike ist die positive Wirkung zinkhaltiger Salben auf die Wundheilung bekannt. Überdies haben Untersuchungen in den letzten Jahrzehnten die Rolle des Zinks bei der Behebung ernährungsbedingter Wachstumsstörungen demonstriert. Zink fördert auch die Entgiftung anderer zweiwertiger Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium. Es wird hier als Therapeutikum eingesetzt.
Einige weitere Fakten:
Ein erwachsener Mensch enthält pro 70 kg Körpergewicht etwa 2 g Zink.
Von den mittlerweile über 200 bekannten zinkhaltigen Proteinen spielen eine ganze Reihe als essentielle Enzyme (Biokatalysatoren) außerordentlich wichtige Rollen im menschlichen Organismus:
a) pH-Regulierung im Blut
b) Elektronentransportkette für die Zellatmung
c) Strukturelle Stabilisierung von Hormonen wie dem Insulin
d) Strukturelle Aufgaben bei der Transkription der genetischen Information (das bedeutet beim Übersetzen der Erbinformationen)
e) CO2-Haushalt im Körper
Obwohl der menschliche Körper nur halb so viel Zink wie Eisen besitzt, ist sein Nahrungsbedarf an Zink höher. Dieser liegt zwischen einem täglichen Bedarf von 3 mg bei Kleinkindern und 25 mg für Schwangere. Selbst die 10fache Menge dessen wird noch als unbedenklich angesehen.
Zink in der Ernährung
Die Resorptionsrate bei oraler Aufnahme liegt für Zink bei 20-40% des Angebots. Zink gelangt in erster Linie über die Nahrung in den menschlichen Körper. Im Gegensatz zu Nahrungsmitteln wird durch Trinkwasser relativ wenig Zink aufgenommen. Bei einer Flüssigkeitsaufnahme von 1,5 l pro Tag beträgt die Zinkzufuhr durch das Trinkwasser im Durchschnitt nur 0,5 mg pro Tag. Demnach würden selbst höhere Konzentrationen - wie sie gelegentlich durch lange Standzeiten oder Neuinstallationen in den Wasserleitungen auftreten können - nicht einmal den täglichen Bedarf decken.
Zink ist nicht wie Blei und Cadmium
Blei und Cadmium, als typische Vertreter toxischer Schwermetalle, sind eben nicht essentiell für den Menschen, also lebensnotwendig, sondern können im Gegenteil lebensbedrohend werden. Dies unterscheidet sie maßgeblich vom Zink. Dennoch gehören alle diese Metalle zu den Schwermetallen - zu denen übrigens auch das Eisen gehört.
Was sind Schwermetalle?
Ein Metall wird als Schwermetall bezeichnet, wenn seine Dichte, also das spezifische Gewicht (die Masse pro Volumeneinheit), den Wert von 5 g/cm³ überschreitet. Es handelt sich also lediglich um eine physikalische Eigenschaft eines Metalls. Zink hat den Wert von 7,14 g/cm³. Zum Vergleich. Eisen hat eine Dichte von 7,87 g/cm³, ist also schwerer als Zink. Das beim Titanzink zulegierte Titan besitzt eine Dichte von 4,51 g/cm³ und zählt somit zu den Leichtmetallen.
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